Käse für ein gesundes Herz? Neue Studien überraschen

Warum gilt Käse in der Kardiologie als problematisch?

In der Vorbeugung von Herzerkrankungen haftet Käse seit langem ein zweifelhafter Ruf an. Fest verankert ist die Verbindung mit hohen Mengen an gesättigten Fettsäuren und Natrium – Bestandteile, die den „schlechten“ LDL-Cholesterinspiegel erhöhen und den Blutdruck in die Höhe treiben können.

Kardiologische Leitlinien aus den USA formulieren klare Grenzen: Gesättigte Fette sollten maximal 5–6 % der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Bei einer durchschnittlichen Kalorienmenge von 2000 kcal entspricht dies etwa 13 Gramm. Diese Schwelle lässt sich schnell überschreiten, besonders wenn Käse auf Brot, in Aufläufen oder Saucen landet.

Hinzu kommt das Natrium. Ein kleines Stück Cheddar mit 28 Gramm Gewicht liefert durchschnittlich rund 180 mg Natrium. Bei der empfohlenen Tagesdosis von 1500–2300 mg für Erwachsene können mehrere solcher Portionen rasch einen Großteil der „Salzquote“ ausschöpfen.

Käse bleibt eine fett- und salzreiche Speise, doch die Herstellungsweise kann die Fettzusammensetzung und deren Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System beeinflussen.

Aktuelle Forschung: Macht die Fütterung der Kühe den Unterschied?

Wissenschaftler aus Irland wollten herausfinden, ob die Art der Rinderfütterung Auswirkungen auf die gesundheitlichen Eigenschaften von Käse hat. Sie untersuchten Cheddar aus Milch von grasgefütterten Kühen und verglichen ihn mit Käse von Tieren, die mit Kraftfutter im Stall ernährt wurden.

Wer nahm an der Untersuchung teil?

An der Studie beteiligten sich 58 erwachsene Personen aus Dublin mit folgenden Merkmalen:

  • Alter über 50 Jahre,
  • Übergewicht (BMI mindestens 25 kg/m²),
  • keine schwerwiegenden chronischen Erkrankungen zu Studienbeginn.

Die Untersuchung erstreckte sich über sechs Wochen. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Gruppe 1: Vollfetter Cheddar, 120 g täglich, Milch von grasgefütterten Kühen
  • Gruppe 2: Vollfetter Cheddar, 120 g täglich, Milch von stallgefütterten Kühen

Eine Menge von 120 Gramm entspricht praktisch vier typischen Käseportionen pro Tag – deutlich mehr, als die meisten Menschen normalerweise verzehren.

Welche Veränderungen zeigten sich beim Cholesterin?

Nach sechs Wochen ließ sich in beiden Gruppen ein Rückgang des Gesamtcholesterins sowie der LDL-Fraktion feststellen. Die Unterschiede zwischen den Gruppen fielen erstaunlich ähnlich aus, was angesichts der hohen Aufnahme gesättigter Fette bemerkenswert erscheint.

Bei Personen, die Käse aus Weidemilch konsumierten, wurde zusätzlich ein niedrigerer Gehalt an zirkulierenden gesättigten Fetten im Blut gemessen. Für das Herz-Kreislauf-System stellt dies einen leichten Vorteil dar, wobei dieser Effekt nach vollständiger statistischer Auswertung weniger ausgeprägt war.

Die Studie deutet darauf hin, dass Käse aus Weidemilch ein günstigeres Fettprofil aufweisen kann – diesändert jedoch nichts daran, dass es sich weiterhin um ein kalorienreiches und salzhaltiges Lebensmittel handelt.

Die Forscher selbst betonen die Grenzen ihrer Arbeit: geringe Teilnehmerzahl, kurze Dauer, fehlende Kontrollgruppe ohne Käse und sehr hohe tägliche Cheddar-Menge. Diese Versuchsanordnung vergleicht zwei verschiedene Käsesorten miteinander, nicht jedoch das grundsätzliche Prinzip „Käse ist herzgesund“.

Was bedeutet das für normale Käseliebhaber?

Für die alltägliche Ernährung lässt sich ein relativ einfaches Fazit ziehen: Käse aus Weidemilch kann eine etwas andere Fettzusammensetzung aufweisen als Käse von überwiegend mit Kraftfutter ernährten Tieren.

In Käse aus Weidemilch findet sich häufiger:

  • ein höherer Anteil kurz- und mittelkettiger Fettsäuren, die als weniger ungünstig für das Lipidprofil gelten,
  • ein höherer Gehalt bestimmter Vitamine, darunter Vitamin K2, das die Elastizität der Gefäße unterstützt und das Risiko von Kalkablagerungen in Arterien senken kann.

Dennoch handelt es sich nach wie vor um ein kalorien-, fett- und natriumreiches Nahrungsmittel. Weidekäse wird dadurch keineswegs zum „diätetischen Heilmittel fürs Herz“, kann aber in vernünftigen Mengen die etwas bessere Wahl darstellen.

Welche Käsemenge ist für das Herz angemessen?

Umfangreichere Analysen untersuchten die Essgewohnheiten von Zehntausenden Menschen, nicht nur eine einzelne Cheddar-Sorte. In einer größeren Übersichtsarbeit mit knapp 200.000 Teilnehmern über etwa zehn Jahre zeigte sich bei Personen, die rund 40 g Käse täglich verzehrten, ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu jenen, die Käse weitgehend mieden.

Die Risikoreduktion betrug ungefähr 18 %, wobei solche Erhebungen lediglich Korrelationen aufzeigen, nicht aber bewiesene Kausalzusammenhänge. Dennoch zeichnet sich eine gewisse Grenze der Vernunft ab: etwa eine kleine Portion täglich bei ansonsten gesunden Menschen scheint für das Herz-Kreislauf-System kein Drama zu sein – vorausgesetzt, die Gesamternährung ist nicht mit Fetten und Salz überladen.

Für gesunde Erwachsene gelten 30–40 g Käse pro Tag, eingebettet in einen ausgewogenen Speiseplan und regelmäßige körperliche Aktivität, als sichere Orientierungsgröße.

Und wie verhält es sich bei erhöhtem Cholesterin?

Bei erhöhten Cholesterinwerten oder diagnostizierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfehlen Ernährungsberater üblicherweise größere Vorsicht. Typische Empfehlungen sprechen von 2–3 Portionen Käse à 30–40 g wöchentlich mit Betonung auf weniger salzige und leichtere Sorten.

In solchen Fällen werden gewöhnlich empfohlen:

  • frischer Mozzarella,
  • Käsesorten „Schweizer Art“ mit niedrigerem Salzgehalt,
  • Ricotta,
  • Weidekäse, sofern diese Information auf der Verpackung angegeben ist.

Sehr salzige und harte Käsesorten verwendet man dagegen besser als Würzmittel: etwas in Nudelgerichten oder Aufläufen ja, aber keine dicken Scheiben auf jedem Brot.

Wie erkennt man herzfreundlicheren Käse?

Im Geschäft lässt sich auf den ersten Blick schwer beurteilen, wie die Kühe ernährt wurden, deren Milch zur Käseherstellung diente. Manche Hersteller vermerken auf ihren Produkten jedoch Hinweise auf Weidehaltung oder saisonale Weidewirtschaft. Dies bietet einen guten Anhaltspunkt für alle, die ein günstigeres Fettprofil suchen.

Bei der Käseauswahl lohnt es sich, auf folgende Punkte zu achten:

  • Fettgehalt pro 100 g – je niedriger, desto leichter passt er in die tägliche Kalorien- und Fettsäurengrenze,
  • Natriummenge – manche Käsesorten unterscheiden sich hierin um das Doppelte,
  • Angaben zur Milchherkunft und Haltungsform, falls der Hersteller sie aufführt.

Ein praktischer Trick besteht auch in der Portionsplanung. Statt nach Augenmaß zu schneiden, genügt es, einmal 30–40 Gramm abzuwiegen und sich die Größe dieser Portion einzuprägen. Dann fällt es leichter zu kontrollieren, wie viel Käse im Alltagstrubel tatsächlich auf dem Teller landet.

Käse in gesunder Ernährung: Wo liegt der goldene Mittelweg

Käse besteht nicht nur aus Fett und Salz. Er liefert dem Körper vollwertige Proteine, Kalzium, Vitamin B12 und zahlreiche Mikronährstoffe, die für Nervensystem und Muskeln wichtig sind. Der Schlüssel liegt daher nicht im völligen Verzicht, sondern in der vernünftigen Einbindung in den Gesamtspeiseplan.

Die Kombination einer kleinen Käseportion mit reichlich Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten (etwa aus Olivenöl oder Nüssen) sorgt dafür, dass die Gesamtwirkung der Mahlzeit auf das Lipidprofil anders ausfällt, als wenn Käse neben fetten Wurstwaren und Weißbrot erscheint.

Erwähnenswert ist auch, dass der Organismus auf den gesamten Lebensstil reagiert. Tägliche Bewegung, ausreichend Schlaf, Einschränkung von Rauchen und Alkohol bewirken für das Herz oft mehr als das bloße Streichen von Käse vom Speiseplan. Neue Erkenntnisse zu Milchprodukten, einschließlich Weidekäse, helfen einfach dabei, den Speiseplan präziser zusammenzustellen, statt kategorische Verbote auszusprechen.

Für Menschen, die Käse mögen und nicht darauf verzichten wollen, klingen die aktuellen Daten beruhigend: Bei vernünftigen Portionen und einem förderlichen Lebensstil findet Käse durchaus Platz in einer herzgesunden Ernährung. Und die Wahl von Käse aus Weidemilch kann einer dieser kleinen, aber sinnvollen Schritte in die richtige Richtung sein.

Author

  • Andrea Funk è una blogger tedesca di lifestyle e DIY, fondatrice di andysparkles, dove condivide consigli pratici su vita quotidiana, viaggi e creatività.

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