Kratos kehrt in unerwartetem 2D-Gewand zurück
Der spartanische Krieger betritt erneut die PlayStation 5-Bühne, diesmal jedoch in einer Form, die kaum jemand vorausgesehen hat. Statt des traditionellen Slashers erwartet uns eine klassische Metroidvania mit zweidimensionaler Perspektive. Die Reaktionen der Spielergemeinschaft fallen drastisch unterschiedlich aus – während die einen das Gameplay feiern, zweifeln andere an der Daseinsberechtigung dieses Spin-offs innerhalb der gesamten Saga.
Spielerbewertung: durchschnittlich nur 10,4 von 20 Punkten
Die verfügbaren Daten zeichnen ein eher ernüchterndes Bild. Die durchschnittliche Bewertung der Nutzer liegt bei 10,4 von maximal 20 Punkten. Von neun erfassten Bewertungen dominieren mittelmäßige Ergebnisse, vereinzelt tauchen begeisterte Stimmen auf, aber auch mehrere wirklich kritische Urteile.
Die Verteilung der Stimmen sieht folgendermaßen aus:
- Bereich 16–20 Punkte: 1 Stimme
- Bereich 11–15 Punkte: 5 Stimmen
- Bereich 6–10 Punkte: 1 Stimme
- Bereich 0–5 Punkte: 2 Stimmen
Viele Spieler vertreten die Ansicht, dass ohne das God of War-Logo dieses Projekt praktisch unbemerkt geblieben wäre. Auf der anderen Seite finden Anhänger des Metroidvania-Genres, die nicht an den Story-Kanon gebunden sind, eine beachtliche Portion Spielspaß in diesem Titel.
Griechische Mythologie weckt Nostalgie, Story hakt jedoch
Rückkehr zu den Wurzeln als Haupttrumpf
Der am häufigsten gelobte Aspekt ist die Atmosphäre. Das Spiel versetzt Kratos zurück in die Welt der griechischen Mythologie und verweist stark auf die PlayStation 2-Ära.
- Bekannte Gegnertypen, die an ältere Teile der Serie erinnern
- Umgebungen inspiriert von antiken Tempeln, Katakomben und Kampfarenen
- Zahlreiche Anspielungen und Augenzwinkern für treue Fans einschließlich Ghost of Sparta
Für viele rettet genau dieser Aspekt den Gesamteindruck. Er ermöglicht es, für einige Stunden in Erinnerungen an die Anfänge der Serie zu schwelgen und den „alten“ God of War erneut zu erleben, wenn auch in anderer Form.
Kratos als jemand anderes: Konsistenzproblem
Die schärfste Kritik richtet sich auf Drehbuch und Charakterdarstellung. Erfahrene Fans, die mit dem Kanon vertraut sind, weisen auf gravierende Widersprüche in den Charakteren von Kratos und Deimos hin.
Spieler schreiben offen, dass die Handlung Kratos‘ Natur als „guter Kerl“ und fürsorglicher älterer Bruder vor dem Pakt mit Ares andeutet. Das kollidiert jedoch mit dem Bild des brutalen, kaltblütigen Kriegers aus vorherigen Spielen und Erweiterungen.
Die am häufigsten genannten Story-Probleme:
- Kratos als übertrieben fürsorglicher Vater und Bruder, was der Vision des selbstsüchtigen, ruhmhungrigen Spartaners aus den griechischen Spielen widerspricht
- Deimos wird auf eine Weise präsentiert, die mit seiner Darstellung aus Ghost of Sparta unvereinbar ist
- Der Versuch, ein „unbekanntes Kapitel“ der Geschichte zu erzählen, verwässert eher das bisherige Bild des Helden, anstatt es zu vertiefen
- Die Beziehung zwischen den Brüdern kaum skizziert – statt emotionaler Szenen bekommen wir hauptsächlich einen Vorwand für weitere Level
Ein Teil der Community verteidigt die Story. Sie verweisen auf den Erzählrahmen, in dem Kratos die Ereignisse für Calliope schildert. Dadurch lassen sich manche Momente als subjektiv, möglicherweise nicht völlig verlässliche Erinnerung verstehen. Dennoch urteilen viele Fans, dass das Drehbuch statt einer Charaktervertiefung nur unnötige Verwirrung stiftet.
Gameplay: solide Metroidvania mit Stereotyp-Risiko
Welterkundung und Charakterentwicklung
Sons of Sparta verlässt die traditionelle Über-die-Schulter-Kamera und setzt auf zweidimensionale Perspektive mit Metroidvania-Struktur. Zur Verfügung steht eine dichte, mehrstufige Karte voller Truhen, Geheimnisse und Abkürzungen zusammen mit Fähigkeiten, die neue Abschnitte freischalten.
Am zufriedensten zeigen sich Genre-Anhänger:
- Weitläufige, verzweigte Karte, die zu wiederholten Besuchen alter Locations einlädt
- Angenehme und responsive Steuerung
- Progression von Kratos‘ Stärke vom unauffälligen Krieger zur echten Tötungsmaschine
Einige vergleichen Kampfstil und Levelkonstruktion mit Titeln wie Blasphemous – mit Betonung auf präzisen Ausweichbewegungen, Schlägen und Talisman-Management.
Sich wiederholende Kämpfe und schwache Bosse
Selbst diejenigen, die das Gameplay loben, räumen ein, dass im Verlauf ein Gefühl der Eintönigkeit einsetzt. Das Bewegungsrepertoire erweitert sich langsamer als erwartet, und die Vielfalt der Kämpfe bleibt begrenzt.
Spieler beklagen das Fehlen neuer Mechaniken in der zweiten Spielhälfte. Der Endboss kann in weniger als einer Minute fallen, was ein erhebliches Gefühl der Unerfülltheit hinterlässt.
Die häufigsten Kritikpunkte richten sich auf:
- Geringe Gegnervarianz – zu oft kehren dieselben Typen in anderen Farben zurück
- Fehlende markante, einprägsame Bosskämpfe
- Den Moment, wo Kratos so mächtig wird, dass ein Großteil des Spiels keine Herausforderung mehr darstellt
- Zu starke Wiederholung des Schemas: neue Zone – einige Kämpfe – kurze Zwischensequenz – nächste Zone
Gleichzeitig schätzt ein Teil der Rezensenten den Rhythmus von Erkundung und Kämpfen. Für sie stellt die Einfachheit des Systems einen Vorteil dar – man taucht leicht ins Spiel ein und das Gefühl wachsender Heldenstärke bringt beträchtliche Befriedigung.
Audiovisuelle Seite: zwischen Retro-Atmosphäre und Next-Gen-Enttäuschung
Grafik: zu bescheiden für PS5?
Eine der Rezensionen vergleicht Sons of Sparta mit einem Spiel, das problemlos auf der ersten PlayStation laufen könnte. Es handelt sich natürlich um Übertreibung, dennoch trifft dies die Stimmung eines Teils der Community gut.
Viele Kritiker behaupten, dass der Titel keineswegs die „Kraft der PS5″ demonstriert. Er wirkt wie ein bescheidenes 2D-Projekt mit hochauflösenden Texturen, dem der Wow-Effekt fehlt.
Beschwerden betreffen hauptsächlich:
- Wenig ausgeprägte künstlerische Stilisierung, die nicht im Gedächtnis bleibt
- Locations, die als leer und wenig detailliert empfunden werden
- Fehlen spektakulärer Inszenierungen, die für große Teile der Serie typisch sind
Schlimmer noch, ein Teil der Spieler meldet Framedrops bei weiter aufgedeckter Karte oder intensiveren Kämpfen. Das liefert ein weiteres Argument für Kritiker – man erwartete technische Perfektion, stattdessen zeigen sich Einbrüche der Bildrate und Bugs, die den Fortschritt blockieren können.
Musik: von Nostalgie bis Gleichgültigkeit
Auch die Klangbegleitung löst keine einheitlichen Reaktionen aus. Es tauchen einzelne Motive auf, die an die ersten Teile aus der PS2-Ära erinnern, was Fans würdigen. Ein Teil der Kompositionen akzentuiert stark die Retro-Ästhetik und erinnert sogar an die NES-Zeit – und genau hier beginnen die Kontroversen.
Für die einen stellt solch ein Stilmix eine sympathische Hommage an die Klassiker dar. Für andere etwas, das überhaupt nicht zur dunklen, brutalen God of War-Atmosphäre passt und aus der Immersion reißt. Viele Kommentare bezeichnen die Musik als „unauffällig“ und „unmerkwürdig“, was bei einer Serie, die für ihre kraftvolle Vertonung bekannt ist, besonders schmerzen kann.
Zwei Perspektiven auf einen Titel
Je länger man die Spielermeinungen studiert, desto deutlicher wird, dass dieses Spiel auf zwei Ebenen existiert:
- Für Liebhaber des Metroidvania-Genres – oft handelt es sich um einen soliden, manchmal sogar sehr gelungenen Titel mit riesiger Karte und befriedigender Charakterentwicklung
- Für Fans der Marke God of War – in den Augen vieler der schwächste Teil der Saga mit fragwürdigem Platz im Kanon und enttäuschender Story
Es gibt auch Stimmen, dass das Spiel „seinem eigenen Namen zum Opfer fiel“. Die Erwartungen an die Serie sind heute gigantisch, besonders nach den jüngsten großen Teilen auf PS4 und PS5. Ein Spin-off im 2D-Format mit kleinerem Budget hat schlicht keine Chance, eine solche Erwartungsmauer zu durchbrechen – und genau das spürt man am stärksten in vielen Rezensionen.
Für wen ist der Titel gedacht und was nicht vergessen werden sollte
Wer eine großartige, filmische Inszenierung mit monumentalen Bossen und bahnbrechender Grafik auf PS5 sucht, wird von Sons of Sparta wahrscheinlich enttäuscht. Es handelt sich um ein Spiel, das eher als klassische Metroidvania mit Schwerpunkt auf Erkundung und 2D-Kampfsystem konzipiert ist.
Für Personen, die:
- Metroidvania-Spiele mögen und keine fotorealistische Grafik verlangen
- Die Rückkehr zu bescheidenerer 2D-Form akzeptieren
- Den God of War-Kanon nicht als heiligen Gral betrachten
Kann dieses Projekt ein fesselndes Abenteuer für dutzende Stunden darstellen. Kommentare erwähnen Spielabschlüsse um die 30 Stunden mit hohem Prozentsatz erkundeten Gebiets, an Inhalt mangelt es also definitiv nicht.
Man sollte berücksichtigen, dass ein Teil der Kritik auf den technischen Zustand abzielt. Spieler sprechen von Bugs und Framedrops, die sich potenziell durch Updates beheben lassen. Für Käufer, die den Titel später nach mehreren Patches erwerben, könnte das Erlebnis etwas anders ausfallen als am Release-Tag.
Sons of Sparta wirft zugleich eine interessante Frage zur Zukunft großer Marken auf. Können sich renommierte Serien kleinere, experimentelle Projekte leisten, die auf andere Genres und Dimensionen abzielen? Oder wird das Logo einer so bekannten Marke immer als zweischneidiges Schwert funktionieren, das Erwartungen über das hinaus aufbläht, was das Spiel tatsächlich bietet? Im Fall von God of War: Sons of Sparta sieht man deutlich, dass die Antwort keineswegs eindeutig ist.













