3 gefährliche Mythen über Spaniel: Was Hunde wirklich leiden lässt

Süßes Aussehen trifft auf anspruchsvolle Natur

Mit ihren Schlappohren und ausdrucksstarken Augen erobern Spaniel jedes Herz. Trotzdem landen sie immer öfter im Tierheim. Hier stimmt etwas ganz und gar nicht.

In Großbritannien gehören Cocker Spaniel und Springer Spaniel seit Jahren zu den beliebtesten Hunderassen überhaupt. Gleichzeitig steigt die Zahl der Tiere, die ihr Zuhause verlieren – weil Halter mit ihrem Verhalten nicht zurechtkommen. Die Hunde selbst tragen keine Schuld. Schuld sind vielmehr falsche Vorstellungen über die Rasse, die sich in sozialen Netzwerken und Hundeforen wie ein Lauffeuer verbreiten.

Hinter dem niedlichen Gesicht steckt eine Jägerseele

Bei Spaniels denken viele an sanfte, verschmuste Familienhunde. Lange Ohren, seidiges Fell und kompakte Statur machen sich fantastisch auf Fotos. Doch dahinter verbirgt sich etwas ganz anderes: eine jahrhundertelange Geschichte als Jagdhunde, die stundenlang im Gelände arbeiten.

Experten für diese Rasse betonen immer wieder, dass genau dieses jagdliche Erbe häufig ignoriert wird. Wenn ein Hund als „süßes Kuscheltier“ statt als aktiver, intelligenter Partner des Menschen ins Haus kommt, wächst die Frustration rasant – beim Tier genauso wie beim Besitzer.

Der Anstieg abgegebener Spaniel hat nichts damit zu tun, dass die Rasse „kaputtgezüchtet“ wäre. Am häufigsten scheitern unsere Vorbereitung und unser Verständnis für ihre wahren Bedürfnisse.

Daten britischer Tierschutzorganisationen zeigen: Der Anteil von Spaniels unter den aufgenommenen Hunden ist innerhalb weniger Jahre dramatisch gestiegen, während die Gesamtzahl aufgenommener Tiere konstant blieb. Ein klares Signal dafür, dass gerade diese Rasse Haltern außergewöhnliche Schwierigkeiten bereitet.

Trends, Spontankäufe und die Folgen für den Hund

Die wachsende Beliebtheit der Rasse hat ihre Schattenseiten. Soziale Medien inszenieren Spaniel als stylisches „Accessoire“ für das Leben im Haus mit Garten oder in der Stadt. Videos zeigen meist brave Hunde auf dem Sofa – nie die Stunde davor, als sie tobten, bissen und jeden Rückruf ignorierten.

Wer einen Hund unter emotionalem Einfluss anschafft, recherchiert selten die Rassegeschichte und echten Anforderungen. Bei den ersten Problemen werden dann Ratschläge aus Gruppen eingeholt, wo sich immer dieselben Mantras wiederholen. Manche davon richten mehr Schaden an, als sie nützen.

Mythos 1: „Ein Spaniel muss mehrere Stunden täglich rennen“

Das ist vermutlich die am häufigsten wiederholte Überzeugung. Halter sind regelrecht stolz darauf, mit ihrem Hund tägliche Marathons zu absolvieren: nach der Arbeit intensives Laufen, am Wochenende stundenlange Wanderungen. Wenn der Hund trotzdem zu Hause aufgedreht bleibt, gilt das als „sein Charme“.

Spaniel-Spezialisten erklären, dass dies ein völlig falscher Ansatz ist. Hunde dieser Rasse haben tatsächlich jahrelang im Gelände gearbeitet – aber das bestand nicht in kopflosem Rennen mit heraushängender Zunge.

Für einen Spaniel zählt nicht die Anzahl der Kilometer, sondern die Art, wie er Gehirn und Sinne einsetzt. Ein körperlich überanstrengter Hund kann gleichzeitig emotional überlastet sein.

Zu viel Bewegung kann ebenfalls schaden

Eine übermäßige Dosis reiner körperlicher Aktivität führt häufig zu paradoxen Effekten. Der Hund wird:

  • immer ausdauernder – braucht immer längere Spaziergänge, um überhaupt „Müdigkeit zu spüren“
  • permanent in Alarmbereitschaft und unfähig zur Entspannung
  • abhängig von hochintensiver Bewegung wie von einer Droge

Die Balance zwischen körperlicher und geistiger Stimulation ist für einen Spaniel absolut entscheidend. Schnüffelspiele, Suchaufgaben und Gehorsamkeitstraining können für ihn genauso erschöpfend sein wie stundenlanger Dauerlauf – und dabei wesentlich förderlicher.

Author

  • Andrea Funk è una blogger tedesca di lifestyle e DIY, fondatrice di andysparkles, dove condivide consigli pratici su vita quotidiana, viaggi e creatività.

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