Weißer Belag im Batteriefach sollte ernst genommen werden
Öffnen Sie nach mehreren Monaten Pause die Abdeckung Ihrer Fernbedienung, erwarten Sie nicht immer nur entladene Batterien. Häufig zeigt sich dort eine merkwürdige weiße oder grünliche Kruste, die an Kristalle erinnert. Dieses Phänomen hat eine eindeutige Ursache und ist keineswegs harmlos.
In deutschen Haushalten begegnen viele Menschen dem Problem auslaufender Batterien. Betroffen sind oft Spielzeuge nach Weihnachten, Taschenlampen im Keller oder eben Fernbedienungen, die wochenlang in der Schublade liegen. Dennoch wissen die wenigsten genau, was aus den Zellen austritt und ob die Berührung gefährlich ist.
Die Kruste ist kein simples Oxidationsprodukt – sondern eine reaktive Chemikalie
Der Elektrolyt im Inneren der Batterie gelangt durch mikroskopisch kleine Risse nach außen. Ältere Zinkbatterien besitzen eine Hülle, die mit der Zeit korrodiert. Liegt die Zelle längere Zeit ungenutzt herum, beginnt das Zink zu reißen und die innere Flüssigkeit tritt aus.
Meist handelt es sich um Ammoniumchlorid bei klassischen Zink-Kohle-Typen. Alkalische Batterien enthalten hingegen Kaliumhydroxid, das noch aggressiver wirkt. Beide Substanzen kristallisieren nach dem Austrocknen und bilden den typischen Belag.
Kaliumhydroxid kann chemische Verätzungen verursachen
Bei normalem Kontakt ist es nicht lebensgefährlich, aber keinesfalls ungefährlich. Kaliumhydroxid wirkt ätzend auf die Haut und Ammoniumchlorid kann Schleimhäute reizen.
Gelangt die Substanz in Augen oder Mund, drohen chemische Gewebeschäden. Bei kleinen Kindern ist das Risiko erhöht, da ihre Haut empfindlicher ist und sie sich nach Kontakt ins Gesicht fassen können. Experten empfehlen daher bei jedem Kontakt mit ausgelaufenem Elektrolyt sofortiges Handeln.
So reinigen Sie das Batteriefach richtig und ohne Gefahr
Handschuhe sind absolute Pflicht. Einweg-Plastikhandschuhe genügen, aber Gummihandschuhe bieten noch mehr Sicherheit. Entnehmen Sie die Batterie vorsichtig und legen Sie sie beiseite – keinesfalls in den normalen Hausmüll.
Das Fach reinigen Sie mit einem angefeuchteten Tuch oder Wattestäbchen. Elektrolyte lösen sich in Wasser auf, sodass leichtes Abwischen ausreicht. Hat sich die Kruste an den Kontakten festgesetzt, können Sie sie sanft beispielsweise mit einem Wattestäbchen entfernen, bis das Metall wieder glänzt.
Wischen Sie Ablagerungen nicht trocken ab, wirbeln Sie nichts in die Luft und berühren Sie nichts mit bloßen Händen. Gelangt dennoch Substanz auf die Haut, spülen Sie die Stelle mit reichlich kaltem Wasser und beobachten Sie mögliche Rötungen.
Moderne Batterien laufen seltener aus, sind aber nicht unfehlbar
Heutige Hersteller verwenden bessere Dichtungen, stabilere Gehäuse und hochwertigere Materialien. Alkalische Batterien haben sich als Standard durchgesetzt, vor allem weil sie deutlich seltener Probleme verursachen.
Dennoch lässt sich Auslaufen nicht völlig vermeiden. Besonders wenn Sie Batterien jahrelang im Gerät belassen oder extremen Temperaturen aussetzen. Der beste Schutz liegt in der Vorbeugung – nehmen Sie einfach Batterien aus allem heraus, was Sie längere Zeit nicht nutzen.
Ausgelaufene Batterien gehören nicht in den Mülleimer
Jeder Supermarkt und jedes Elektronikgeschäft ist in Deutschland verpflichtet, gebrauchte Batterien zurückzunehmen. Dort finden Sie spezielle Sammelboxen, oft direkt am Eingang.
Selbst ausgelaufene oder beschädigte Zellen können Sie dort bedenkenlos abgeben. Das schützt sowohl die Natur als auch die menschliche Gesundheit, denn unkontrollierte Batterieentsorgung kann zum Austritt von Schwermetallen in Boden und Grundwasser führen. Nehmen Sie es nicht auf die leichte Schulter – ein paar zusätzliche Schritte machen einen großen Unterschied.













